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SEO und KI: Warum sich Fachleute mehr Sorgen machen und was das für Schweizer KMU heisst

8 Min. Lesezeit

Laut einer von Search Engine Land vorgestellten Umfrage sind 44 % der SEOs besorgter über KI als vor einem Jahr. Wir ordnen ein, was das für Schweizer KMU bedeutet und was sich nüchtern prüfen lässt.

SEO und KI: Warum sich Fachleute mehr Sorgen machen und was das für Schweizer KMU heisst

Kurz gesagt: Laut Search Engine Land sind 44 % der befragten SEOs besorgter über KI als vor einem Jahr. Für SEO und KI in der Schweiz heisst das: Die Branche ist verunsichert, aber das ist ein Stimmungsbild und keine Messung Ihrer eigenen Zahlen. KMU sollten ihre Sichtbarkeit in Google und in KI-Antworten selbst prüfen, statt auf Schlagzeilen zu reagieren.

Search Engine Land berichtet über eine Umfrage unter SEO-Fachleuten: 44 % der Befragten sind heute besorgter über KI als noch vor einem Jahr [1]. Wer als Geschäftsleiterin oder Geschäftsführer eines KMU auf die Website als Kanal für Anfragen setzt, fragt sich zu Recht, ob das auch für das eigene Geschäft ein Warnsignal ist. Wir ordnen die Meldung ein, sagen, was sie belegt und was nicht, und zeigen, was sich in Ihrem Unternehmen ohne grossen Aufwand prüfen lässt (Stand: November 2026).

Kurzantwort: Die Umfrage zeigt, dass SEO-Fachleute die Entwicklung von KI in der Suche zunehmend kritisch sehen [1]. Für SEO und KI in der Schweiz ist das ein Anlass, die eigene Sichtbarkeit in Google und in KI-Antworten zu prüfen. Es ist aber kein Beweis dafür, dass Ihre Website Anfragen verliert.

Was sagt die Umfrage zu SEO und KI – und was nicht?

Die Umfrage sagt, dass 44 % der befragten SEOs besorgter über KI sind als vor einem Jahr [1]. Sie sagt nichts darüber aus, wie sich Besucherzahlen oder Anfragen einzelner Websites tatsächlich entwickelt haben.

Wichtig für die Einordnung:

  • Es geht um Stimmung, nicht um Traffic-Daten. Eine Befragung erfasst Einschätzungen von Fachleuten. Das ist etwas anderes als eine Messung von Klicks.
  • Die Befragten sind Branchenprofis. Ihre Sorge kann auch mit dem eigenen Geschäftsmodell zusammenhängen, etwa mit dem Verkauf von SEO-Leistungen.
  • Die Aussage gilt für die Befragten. Ob sie für Schweizer KMU in Ihrer Branche zutrifft, lässt sich daraus nicht ableiten.

Details aus der Originalquelle (Search Engine Land):(Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Veröffentlichung von Search Engine Land; die Rohdaten und Erhebungsmethoden wurden von uns nicht unabhängig verifiziert.)

  • Stichprobe & Zielgruppe: An der Befragung nahmen 554 SEO- und Marketing-Fachleute teil, darunter sowohl Agenturmitarbeitende als auch Inhouse-Spezialisten weltweit.

  • Erhebungszeitraum: Die Erhebung fand im ersten Quartal 2024 statt, um die veränderten Prioritäten und Sorgen nach gut einem Jahr intensiver Nutzung generativer KI im Markt abzubilden.

  • Genannte Hauptsorgen: Als grösste Risikofaktoren nannten die Befragten den drohenden Traffic-Verlust durch direkte KI-Antworten auf der Suchergebnisseite (Zero-Click Searches), die Volatilität der Algorithmen durch KI-Overviews sowie den Zeit- und Kostendruck, Arbeitsabläufe kurzfristig an neue generative Suchformate anpassen zu müssen.

Warum ist das Thema für Schweizer KMU relevant?

Das Thema ist relevant, weil sich die Art verändert, wie Menschen Antworten suchen: nicht mehr nur über eine Liste mit zehn blauen Links, sondern zunehmend auch über KI-generierte Zusammenfassungen und Chat-Assistenten.

Zwei Begriffe helfen bei der Einordnung:

  • Google AI Overviews sind KI-generierte Zusammenfassungen, die Google bei bestimmten Suchanfragen oberhalb der klassischen Treffer anzeigen kann.
  • GEO (Generative Engine Optimization) bezeichnet das Ziel, mit eigenen Inhalten in Antworten von KI-Systemen wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews genannt oder zitiert zu werden.

Für ein KMU im Thurgau, in der Ostschweiz oder am Bodensee, das über lokale Suchen, Empfehlungen und die eigene Website Anfragen gewinnt, heisst das: Die Website muss weiterhin in Google gut auffindbar sein. Sie sollte zusätzlich so aufgebaut sein, dass ihre Aussagen von KI-Systemen sauber erfasst und wiedergegeben werden können. Wie stark sich das in Ihrer Branche auswirkt, ist von Fall zu Fall verschieden. (Angabe gemäss Search Engine Land; die Erhebungsdaten wurden von uns nicht unabhängig verifiziert).

Wie belastbar ist die Sorge der SEOs wirklich?

Die Sorge ist ein ernst zu nehmender Hinweis, aber keine belastbare Prognose. Eine Umfrage bildet Erwartungen ab, und Erwartungen können sich als zu pessimistisch oder zu optimistisch erweisen.

Ehrlich festzuhalten ist auch:

  • Wir kennen die genaue Methodik der Umfrage nur so weit, wie sie in der Quelle beschrieben ist [1]. Eine eigene Prüfung der Originalumfrage ist nötig, bevor man daraus Strategien ableitet.
  • Niemand kann zuverlässig sagen, wie viel Anteil KI-Antworten in Ihrer Branche langfristig haben werden.
  • Wer jetzt hektisch die gesamte Strategie umstellt, riskiert Kosten ohne gesicherten Nutzen. Wer nichts tut, riskiert, eine Veränderung zu spät zu bemerken.

Was sollten KMU jetzt konkret prüfen?

KMU sollten zuerst mit eigenen Daten klären, wo sie stehen, und erst danach Massnahmen planen. Ein pragmatisches Vorgehen in fünf Schritten:

  1. Eigene Zahlen ansehen. Entwicklung der Klicks und Impressionen in der Google Search Console über die letzten 12 Monate. Gibt es Seiten mit sinkenden Klicks bei gleichbleibenden Impressionen? Das kann ein Hinweis auf veränderte Suchergebnisse sein, ist aber noch keine Ursache.
  2. Wichtige Suchanfragen selbst testen. Stellen Sie die zehn Fragen, mit denen Kunden typischerweise zu Ihnen finden, in Google, ChatGPT und Perplexity. Notieren Sie, ob Ihr Unternehmen genannt wird und ob die Angaben stimmen.
  3. Inhalte klar und zitierfähig machen. Beantworten Sie typische Kundenfragen direkt und knapp, mit konkreten Angaben zu Leistung, Region und Ansprechperson. Das hilft Lesern und KI-Systemen gleichermassen.
  4. Technische Basis sichern. Schnelle Ladezeiten, saubere Seitenstruktur, aktuelle Kontaktdaten, gepflegtes Google-Unternehmensprofil.
  5. Datenschutz mitdenken. Wenn Sie KI-Tools für Texte oder Auswertungen einsetzen, geben Sie keine Personendaten von Kunden ein, ohne die Vorgaben des revidierten Datenschutzgesetzes (revDSG) geprüft zu haben.

Diese Schritte sind bewusst unspektakulär. Sie sind aber unabhängig davon sinnvoll, wie stark KI die Suche am Ende verändert.

Aus der Praxis: Vom klassischen Handwerk zur molekularen Datenarchitektur

Ausgangslage

Um die tatsächliche Sichtbarkeit von Marken und Inhalten in generativen KI-Suchmaschinen (wie ChatGPT, Perplexity oder Copilot) nicht nur stichprobenartig zu testen, sondern systematisch messbar zu machen, entwickelt BasedUp derzeit eine eigene Analyseplattform. Während klassische Ranking-Metriken und Klickraten in der Google Search Console etabliert sind, fehlt es im Markt an verlässlichen Werkzeugen, die aufzeigen, wie KI-Modelle Quellen gewichten, zusammenfassen und als Empfehlung ausspielen.

Die aktuelle Situation erinnert stark an die Anfänge von SEO um das Jahr 2000: Damals stand man vor der grundlegenden Frage, welche Keywords überhaupt relevant sind, wie Suchmaschinen darauf reagieren und wohin die Reise geht. Heute kommt eine zusätzliche Dynamik hinzu: Es existiert nicht mehr das eine dominante Gatekeeper-System, sondern eine Vielzahl eigenständiger KI-Akteure mit völlig neuen Anforderungen an die Datenausgabe.

Vorgehen

Im Rahmen der Plattform-Entwicklung und laufender Tests analysieren wir systematisch die Schnittstelle zwischen Webinhalten und Sprachmodellen:

  • Entwicklung automatisierter Test- und Monitoring-Routinen: Systematisches Abfragen unterschiedlicher LLM-Suchoberflächen zur Erfassung von Nennungen, Zitationsquellen und Relevanzmustern.
  • Reduktion auf Plain-Data-Strukturen: KI-Systeme bevorzugen präzise, unverfälschte und syntaktisch saubere Informationen ohne überflüssigen Code-Ballast (z. B. durch semantische Daten, Plain-Text-Konzepte und strukturierte Auszeichnung).
  • Vergleich der Suchlogiken: Gegenüberstellung klassischer Search-Console-Performance (Impressionen, Klicks) mit der Präsenz in synthetisierten KI-Antworten.

Ergebnis & Learnings

  • Der Sprung vom soliden Handwerk zur Molekularküche: Klassisches SEO gleicht dem soliden Handwerk eines guten Kochs – wer sein Handwerk beherrscht, kocht verlässlich gut. GEO (Generative Engine Optimization) und AIO fühlen sich dagegen wie die Spezialisierung auf Molekularküche an: Es reicht nicht mehr aus, dass die Zutaten stimmen; man muss die molekulare Struktur der Information so aufbereiten, dass KI-Modelle sie mühelos extrahieren, verstehen und unverfälscht weiterverarbeiten können.
  • Beobachtbare Muster: Sprachmodelle honorieren faktenbasierte, schlank formatierte Entitätsdaten und kontextuelle Klarheit deutlich stärker als traditionelle Keyword-Dichten.
  • Offene Fragen: Unklar bleibt bislang das exakte „Crawl-to-Citation“-Verhältnis der verschiedenen Modelle – insbesondere die Frage, warum bestimmte Inhalte trotz starker Web-Autorität in KI-Zusammenfassungen übergangen werden, während schlanke Nischenquellen zitiert werden. Genau diese Transparenz soll die eigens entwickelte Plattform künftig schrittweise messbar machen.

Wie gehen wir bei based UP mit dem Thema um?

Wir betrachten SEO und GEO als zwei Seiten derselben Aufgabe: Inhalte so aufzubauen, dass sie von Menschen, Suchmaschinen und KI-Systemen verstanden werden. Dabei gilt für uns: erst messen, dann entscheiden. Die Meldung von Search Engine Land ist für uns ein Anlass, Annahmen zu überprüfen, kein Grund für Aktionismus [1].

Häufige Fragen

Was besagt die Umfrage von Search Engine Land zu KI und SEO?

Laut Search Engine Land sind 44 % der befragten SEOs besorgter über KI als vor einem Jahr [1]. Es handelt sich um eine Einschätzung von Fachleuten und nicht um eine Messung von Website-Zugriffen.

Verliert meine KMU-Website wegen KI Besucher?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Ob Ihre Website betroffen ist, zeigen die eigenen Daten, etwa in der Google Search Console über mehrere Monate.

Was ist GEO und braucht mein KMU das?

GEO (Generative Engine Optimization) bedeutet, Inhalte so aufzubereiten, dass sie in KI-Antworten genannt oder zitiert werden können. Für die meisten KMU ist es keine separate Disziplin, sondern eine Erweiterung guter SEO-Arbeit mit klaren, direkten Antworten.

Soll ich meine SEO-Strategie wegen der Umfrage ändern?

Nicht allein wegen der Umfrage. Prüfen Sie zuerst Ihre eigenen Zahlen und Ihre Sichtbarkeit in Google und KI-Assistenten und passen Sie die Strategie danach gezielt an.

Quellen

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